Hegering BurgdorfDer Hegering Burgdorf ist mit 304 Mitgliedern der mitgliederstärkste Hegering in der Jägerschaft Burgdorf. Zum Hegering gehören 25 Jagdreviere/Revierteile. Es sind: Aligse, Arpke, Beinhorn, Burgdorf, Dachtmissen, Heeßel, Hülptingsen, Immensen, Kolshorn, Obershagen, Otze, Ramlingen, Röddensen, Schillerslage, Sievershausen, Sorgensen, Steinwedel, Ramhorst und Weferlingsen.

Die bejagbare Fläche beträgt insgesamt 15.000 Hektar. Davon ist befriedete Fläche 1.398 Hektar. Als Hauptwildarten kommen vor Rehwild, Rotwild, Schwarzwild und Niederwild. Die Rehwilddichte ist von Revier zu Revier sehr unterschiedlich. Sie schwankt von 3 bis 13 Stück pro 100 Hektar. Das hängt hauptsächlich mit der Reviergestaltung zusammen. Es gibt einige Reviere mit sehr hohem Feldanteil und andere Reviere mit einem hohen Waldanteil, wo weniger Störungen vorkommen. Die Regionen mit hohem Waldanteil werden natürlich hauptsächlich von den Schalenwildarten aufgesucht und haben somit einen höheren Wildbesatz. Der Fallwildanteil ist insgesamt hoch. Das hängt mit der Frühjahrsaktivität des Rehwildes zusammen und mit dem Aufkommen an vielen Bundesstraßen, die durch den Hegering Burgdorf führen.

Im Jagdjahr 2000 / 2001 wurden 494 Stück Rehwild zum Abschuss beantragt. Freigegeben wurden 226 männliche Stücke und 268 weibliche Stücke Rehwild. Dazu kam insgesamt leider eine Fallwildstrecke von ca. 118 Stücken.

Über den Rot- und Schwarzwildring Burgdorf, in dem auch der Hegering Burgdorf verankert ist, sind 15 Stücken Rotwild erlegt worden. Dies waren 9 Stücke männliches Wild incl. der Kälber und 6 Stücke weibliches Wild.

Die Schwarzwildbestände sind auch im Hegering Burgdorf explodiert. Zum Teil gibt es große Probleme in der Landwirtschaft. So werden Maisäcker und Wiesen zum Leidwesen der Bauern umgebrochen.

Der Groll der Landwirte, aber auch der Ärger der Revierpächter wegen der Wildschadenszahlung ist vor- programmiert. Es wird immer wieder die Frage laut, ob das Lüneburger Modell in der Art und Weise nach wie vor noch seine Berechtigung hat. Mittelfristig werden wir wohl nicht daran vorbeikommen, Bachen, außer den führenden Leitbachen, zu erlegen, um die Schwarzwildbestände zu reduzieren.

So konnten im Jagdjahr 1999 / 2000 allein 154 Stücken Schwarzwild erlegt werden. Man muss wissen, dass vor 6 bis 7 Jahren Schwarzwild im Hegering Burgdorf eine Sensation war. In den 70er Jahren war der Hegering Burgdorf ein klassischer Niederwildhegering. Es wurden sehr hohe Zahlen an Hasen, Kaninchen, Fasanen, Ringeltauben, aber auch Rebhühner und Enten erlegt. Leider muss man auch hier feststellen, dass durch das Ansteigen der Prädatoren wie Greifvögel, Fuchs, Marder und Iltis die Friedwildstrecken weiter zurückgingen.

So konnten leider nur noch 300 Hasen, 120 Kaninchen, aber 470 Füchse, 30 Steinmarder, 6 Baummarder und 13 Iltisse erlegt werden. Die Fasanen und Rebhühner haben bei der Bejagung fast keine Bedeutung mehr. So wurden jeweils 33 bzw. 32 Stück erlegt. Der Ringeltaubenabschuss liegt bei 649 Stück und Stockenten wurden 458 erlegt. Durch die neuen Jagdzeiten in Niedersachsen wird es immer schwieriger, Iltis, Marder, Hermeline und Dachse mit der Falle zu bejagen. Es sei dahingestellt, dass es jemals wieder eine sehr gute Niederwildjagd gibt. Im Jagdjahr 2000 / 2001 ist es uns zusammen mit der Jägerschaft Burgdorf gelungen, die Raben- vogelbejagung wieder zu legitimieren. Es wurde uns erlaubt, pro angefangenen 100 Hektar 1,5 Elstern oder Rabenkrähen zu erlegen. Insgesamt in der Jägerschaft sind es 1.140. Als Jäger erhoffen wir uns davon eine Reduzierung der Nesträuber mit ansteigenden Beständen an Rebhuhn, Fasan, aber auch Lerche, Kiebitz, Ente und anderer Vogelarten. Als zusätzliche Aktivitäten wurden im Jagdjahr 2000 / 2001 Vorträge zum Thema „Niederwildhege“ gehalten. So kam Herr Mesters und hat seine Mesters-Kunstbauanlagen vorgestellt. Aus diesem Vortrag resultierend sind im Hegering mehrere Kunstbaue gekauft und eingebaut worden, die vom Hegering Burgdorf bezuschusst wurden. Des weiteren wurde die Ahrenshorster Falle von Herrn Feimann bei einem sehr interessanten Vortrag und guter Zuhörerbeteiligung vorgestellt.

Des weiteren hat der Hegering Fallen gekauft, die sich die Mitglieder des Hegeringes jederzeit ausleihen können. Hierzu zählt eine große Kastenfalle und Jungfuchsfallen. Wir erhoffen uns, dass wir durch die Wahl eines Fallenobmanns Jungfüchse bereits im Frühjahr an den Bauen fangen können. Nur dann haben wir eine Gewähr, durchschlagend das Niederwild geschützt zu haben.

Des weiteren wurden noch im Februar Fuchsjagdtage übergreifend durchgeführt. Wir hoffen durch eine Weiterführung dieser Idee die Fuchsbestände weiter reduzieren zu können. Für das Jagdjahr 2001 / 2002 sind als weitere Aktivitäten geplant: Vortragstagungen, Spargelessen, evtl. Spaziergang mit Wildessen und Preisskat. Des weiteren wird mit der Überschrift „Lernort Natur“ im Sommer ein Spaziergang durch verschiedene Reviere angeboten. Hier sollen durch revierkundige Jäger der breiten Bevölkerung Probleme und Nöte der Jäger vorgestellt und erörtert werden.

Hegeringleiterin: Grit July, Dorfwiesen 4, 31303 Burgdorf / Weferlingsen, Telefon (0 51 36) 89 42 72