Hegering IsernhagenDer Hegering Isernhagen wurde 1982 nach einvernehmlicher Abtrennung seiner jetzigen Mitgliedsflächen vom Hegering Burgwedel gegründet. Er umfasst den Bereich der Gemeinde Isernhagen mit Ausnahme des Jagdbezirks der Niederhägener Bauerschaft, der zur Jägerschaft Hannover gehört. Der Hegering Isernhagen ist der jüngste und kleinste in der Jägerschaft Burgdorf e.V., gleichwohl aber bemerkenswert, was seine landschaftliche Vielfalt, das Umfeld und die jagdlichen Verhältnisse anbetrifft. Er hat eine Jagdfläche von 4.460 ha mit 7 gemeinschaftlichen Jagdbezirken und 3 Eigenjagden. Das Jagdausübungsrecht ist meistens verpachtet oder liegt bei den Eigenjagdbesitzern. Der Hegering hat 140 Mitglieder.

Die Reviere sind abwechselungsreich und reizvoll. Vom leichten Sand bis zum schweren Ton sind alle Übergänge bei den Bodenarten vorhanden. Vom Isernhagener Höhenrücken fällt das Gelände in die Wietzeniederung und zu den beiden Hochmoorbereichen von Altwarmbüchen und Neuwarmbüchen ab. Mehrere Bäche entwässern die Feuchtgebiete zur Wietze hin. Einige größere Stillgewässer, meist durch Ton- oder Kiesabbau entstanden, bereichern die Natur. In den Gefilden der alten Isernhagendörfer sind viele Gruppen und Baumreihen alter Eichen als Relikte der ehemaligen Hagenhufenstruktur erhalten, die den oft gerühmten parkartigen Charakter dieser Landschaft ausmachen. Die Landwirtschaft dominiert als Bodennutzer, der Waldanteil beträgt nur 15 Prozent.

Der Hegering grenzt an die Großstadt Hannover und wird von deren Ausstrahlung maßgeblich beeinflusst. Ein ständiger Flächenbedarf der Gemeinde für weitere Bau- und Siedlungsgebiete engt die freie Landschaft immer mehr ein, die zudem von der wachsenden Bevölkerung mit ihren steigenden Erholungs- und Freizeitansprüchen genutzt und strapaziert wird. Die Autobahnen A 7 und A 37 und stark befahrene Landes- und Kreisstraßen durchschneiden die Reviere und verursachen nicht nur Lärm und Unruhe, sondern auch Verluste unter der Tierwelt. Der rege Flugverkehr um den nahen Flughafen Langenhagen ist eine weitere und örtlich empfindliche Lärmquelle.

Der Lebensraum des Wildes ist also im Ballungsraum der Landeshauptstadt gravierenden Einflüssen ausgesetzt. Die Lebensverhältnisse fast aller frei lebender Tiere sind durch den allgemein noch steigenden Zivilisationsdruck in der Kulturlandschaft eingeschränkt. Die intensive Landbewirtschaftung hat nachweisliche Beeinträchtigungen für Flora und Fauna zur Folge. Darunter leiden vor allem die Kulturflüchter weit stärker als anpassungsfähigere Arten. Die Hege eines artenreichen Wildbestandes wird immer schwieriger.

Benachteiligt ist insbesondere das Niederwild, was sich im rückläufigen Besatz bei einigen Arten zeigt. Betroffen und bedroht sind auch viele Arten nicht jagdbarer Tiere. Einen negativen Einfluss haben auch die Verluste durch Beutegreifer, die sich teils durch gesetzlichen Schutz oder als Kulturfolger vermehren konnten. Die Prädatoren werden, soweit erlaubt, nach Kräften kurz gehalten, denn sie gefährden das in eine ökologische Nische geratene Friedwild. Die Revierinhaber reagieren auf diese Entwicklung bei den jagdbaren Tieren mit mäßiger oder ganz aussetzender Bejagung.

Die Anlage von Hegebüschen und Hecken und die Einsaat von Wildackermischungen auf noch vorhandenen Stilllegungsflächen sollen Deckung und Äsungsverbesserungen bringen und dem Niederwild helfen. Davon profitieren auch viele andere Arten der freien Landschaft. Hierzu tragen auch die von ökologisch bewussten Landwirten angelegten Blühstreifen und die Lerchenfenster bei, die von der Jägerschaft gefördert werden. Alle diese Bemühungen können die ungünstig gewordenen Lebensverhältnisse zwar mildern aber nicht kompensieren.

Die Hauptwildart im Hegering ist das Reh. Fast 20 Prozent der jährlichen Strecke fallen leider dem Straßenverkehr zum Opfer, der auch eine unbekannte Zahl vieler anderer Tiere tötet. Im Südostteil des Hegeringes ist ein gesunder Bestand an Rotwild heimisch und das Schwarzwild ist Standwild in einigen Revieren. Direkt vor den Toren der Großstadt kann also mit Umsicht und Geschick sogar Hochwild gehegt und bejagt werden. Vorrangig ist jedoch das heimische Niederwild, dem die besondere Aufmerksamkeit zukommt. Als bis vor kurzem hier nicht bekannt sind jetzt mit Marderhund und Waschbär zwei potenzielle Beutegreifer und die Nilgans in hiesige Reviere zugewandert.

Der Hegering Isernhagen ist eine Untergliederung der Jägerschaft Burgdorf e.V. und vertritt im Rahmen seiner Leistungsfähigkeit deren Ziele und Aufgaben vor Ort. Der vorrangige Zweck ist in der Satzung festgelegt und fordert insbesondere die Förderung der freilebenden Tierwelt auf der Grundlage des Jagdgesetzes, sowie die Förderung des Naturschutzes, der Landschaftspflege und des Umweltschutzes. Die Mitglieder sollen in dieser Richtung beraten, betreut und durch geeignete Maßnahmen fortgebildet werden. Natürlich werden auch alle Belange der praktischen Jagdausübung und das Jagdhund- und Schießwesen nicht vernachlässigt. Tradition und Brauchtum sind in zeitlich angepasster Form als wertvolles Kulturgut zu pflegen und zu erhalten. Der Hegering vertritt die Belange der Jagd in der Gesellschaft und wirbt um Verständnis für das jagdliche Tun in unserer Kulturlandschaft. Er ist sich der großen Verantwortung in Bezug auf Natur und Tierwelt bewusst und stellt sich dieser Aufgabe.

Hegeringleiter: Detlef Pausch, Dorfstraße 43a, 30916 Isernhagen, Telefon (01 51) 22 82 55 61