Rot- und Schwarzwildring Burgdorf-Uetze tagt in Ramlingen

Im Gasthaus Voltmer in Ramlingen fand die diesjährige Versammlung des Rot- und Schwarzwildrings Burgdorf-Uetze statt. Rund 80 Mitglieder und Gäste nahmen an der Veranstaltung teil.

Zum Auftakt hielt Marcus Meißner von der Naturschutzstiftung Schleswig-Holstein einen interessanten Vortrag über das Wanderverhalten und die Standorttreue von Rotwild. Besonders eindrucksvoll waren seine Ausführungen zur Nutzung von Mooren als Lebensraum. Rotwild trägt dort zur Offenhaltung der Vegetation bei und unterstützt durch Samenverbreitung die Entwicklung dieser sensiblen Lebensräume.

Im weiteren Verlauf wurden die Streckenergebnisse der vergangenen drei Jahre vorgestellt und diskutiert. Ergänzend konnten die Teilnehmer eine kleine Hegeschau mit vier Hirschen und drei Keilern betrachten. Die Strecke wurde von den Jagdhornbläsern Burgwedel-Thönse traditionsgemäß verblasen.

Ein zentrales Thema der Versammlung war die zunehmende Veränderung im Verhalten von Rot- und Schwarzwild. Steigender Freizeitdruck sowie die Anwesenheit des Wolfs führen dazu, dass das Wild heimlicher wird und sich stärker in größeren Rudeln und Rotten organisiert. Gleichzeitig stellen wachsende Schwarzwildbestände eine Herausforderung für die Landwirtschaft dar.

Die Schwarzwildstrecke ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen, während beim Rotwild langfristig ein rückläufiger Trend zu beobachten ist. Vor diesem Hintergrund wurde beschlossen, den kommenden dreijährigen Abschussplan um rund 35 Prozent zu reduzieren. Ziel ist es, die Rotwildbestände nachhaltig zu sichern und an die veränderten Rahmenbedingungen anzupassen.

Bei den anschließenden Wahlen wurden personelle Veränderungen im Vorstand beschlossen. Der bisherige zweite Vorsitzende sowie der Schrift- und Rechnungsführer traten aus Altersgründen nicht erneut an. Der Vorsitzende wurde in seinem Amt bestätigt, ebenso wurden die weiteren Positionen wie vorgeschlagen neu besetzt.

In seinem Schlusswort betonte der Vorsitzende die Bedeutung des Rotwildrings für den Erhalt funktionierender Lebensräume. Insbesondere die Sicherung von Wanderkorridoren und Rückzugsräumen – etwa in Moorgebieten – sei entscheidend für eine zukunftsfähige Entwicklung der Rotwildbestände.